Für Sie am Puls der Zeit.

Immer gut informiert

Sie interessieren sich für die alnamic AG, unsere Produkte und Leistungen? Wir halten Sie stets auf dem Laufenden und informieren Sie über wichtige Neuigkeiten, Produktinnovationen, aktuelle Trends, Branchen-Events und vieles mehr.

Mini Transat 2021 - offizieller Kampagnenstart der zweiten Teilnahme von Lina Rixgens

+++++ Aktuelles: Mini Transat 2021 - Lina Rixgens kündigt offiziell zweite Kampagne an – 2021 auf Wevo Serien-Scow +++++

Bis zum Regatta-Start im September 2021 zirkuliert noch viel Wasser durch die Meeresströmungen. Aber ein Hochsee-Rennen will und muss gut vorbereitet sein. Daher kommt die Ankündigung, Lina Rixgens wie bereits 2017 jetzt auch für die Regatta 2021 zu begleiten, gerade richtig. Seit Mitte März wird ihr neues Boot in Italien gebaut, danach folgen viele Seemeilen intensives Training bei Vorbereitungsrennen und Hochsee-Törns. Anlass genug, um mit Lina Rixgens, Geschäftsführer Thomas Müller und Business Development-Chef Guido Burchartz über die Beweggründe und Highlights des Sponsorings zu sprechen.

Redaktion: Lina, wie bist du zu diesem doch sehr anspruchsvollen Sport gekommen?

Lina: Mit 15, das war im Jahr 2009/10, absolvierte ich meine erste Atlantik-Überquerung mit einer Hochschul-Segelgruppe auf einem Zweimast-Schoner. Der Törn dauerte sechseinhalb Monate, immer im Wechsel ein Tag Schulunterricht und ein Tag Wachbetrieb, der Rest aber Segeln, Segeln und Seemannschaft. Bei dieser langen Atlantik-Querung wuchs bei mir die Liebe zur hohen See.

Redaktion: Wir hatten Lina ja schon 2017 unterstützt. Guido und Thomas, warum für die Regatta 2021 wieder?

Thomas: Segeln ist einfach eine faszinierende Teamleistung. Auch bei Einhand kommt es maßgeblich auf die Zusammenarbeit von Bootsbauer, Trainer, Sponsoren und Seglerin an, vor allem in der Vorbereitungsphase. Wenn die stimmt, kommt ein tolles Gesamtergebnis zustande.

Guido: Genau. Insgesamt ist diese Regatta ja so angelegt, dass neben Teamgeist auch Engagement und Leidenschaft im Vordergrund stehen. Für uns ist gerade diese Mischung bei Lina das, was uns am Meisten fasziniert. Sie ist ja nicht nur eine hervorragende Seglerin, sondern auch ein Organisationstalent. Schließlich ist sie es, die sich für ihre Regatta-Teilnahme um alles kümmern muss, vom Begeistern der Sponsoren bis hin zur Detailplanung der Qualifikationsphase. Das erfordert eine Leidenschaft, von der wir uns immer wieder gerne anstecken lassen.

Redaktion: Wie ist die Mini Transat gestrickt? Und was muss das Boot können?

Lina: Die Boote der Classe Mini sind exakt 6.50 Meter lang, am Heck 3 Meter breit, und bieten beste Wettbewerbs-Eigenschaften. Der jetzt neu entwickelte Scow-Bug, rund statt spitz, gibt phantastischen Auftrieb und erlaubt es, bei Raumwind und langen Atlantikwellen ins Surfen zu kommen – das Boot pflügt dabei nicht mehr durchs Wasser, sondern gleitet nur noch mit geringem Rumpfkontakt über die Welle. Damit kann ich im Schnitt mit 8 bis 11 Knoten fahren.
Die Regatta findet alle zwei Jahre statt und startet traditionell im Nordwesten Frankreichs an der französischen Atlantikküste. Erster Zwischenstopp ist nach rund 1400 Seemeilen (sm) auf den Kanarischen Inseln. Nach einigen Tagen Reparatur- und Trimm-Aufenthalt geht´s dann auf die Grande Etappe über den Atlantik, je nach Organisator in die Karibik oder nach Brasilien. Insgesamt sind wir rund 85 Seglerinnen und Segler knapp drei Wochen unterwegs.

Redaktion: Wie hält man das aus? Drei Wochen allein, ständig Highspeed und kaum Schlaf?

Lina: Ich muss die eigenen Ressourcen und die des Bootes gut managen. Es kommt drauf an, Navigation, Wetter und Trimm während der Fahrt immer optimal zu balancieren. Auch bei 35 ° Celsius und 30 Grad Krängung. Du bist immer auf der Suche nach dem besten Trimm. Wie ist die Stellung des Bugs zum Wind, wie treffe ich in die Welle, was ist beim erwarteten Wind der beste Kurs? Alles Entscheidungen unter Unsicherheit, denn es gibt keine Gleichung, die sich auflösen ließe. Und keine Kommunikation zum Land. Das einmal täglich morgens durchgegebene Wetter – wenn es einen denn über Langwellensender erreicht, kann sich schnell ändern. Dazu die Gefahr von Materialausfällen wegen der extremen Beanspruchung des Bootes. Ich habe zwar alles an Ersatzteilen dabei, aber die muss ich dann auch einbauen, bei Müdigkeit, bei Schlechtwetter, und während ich um meine Platzierung kämpfe. Bei meiner 2017er Teilnahme musste ich, zum Glück im Windschatten der Kapverdischen Inseln, den Mast hoch, da sich das Babystag, ein Teil des Riggs, aus seiner Verankerung gelöst hatte.

Redaktion: Woher nimmst du die Motivation, generell für diesen Sport und speziell dann, wenn es eng wird?

Lina: Das Einhand-Segeln ist ein Kampf mit dem Wetter, dem Meer und mit sich selbst. Während der Etappen bist du absolut auf dich allein gestellt. Das gibt einem die Fähigkeit, mit seiner Kraft an sich und über die Zeit zu haushalten. Man lernt, mit der hohen Komplexität, der Anspannung, manchmal auch der Einsamkeit bei wichtigen Entscheidungen zurecht zu kommen. Und es ist sehr gut zu wissen, dass man in kritischen Situationen einfach funktioniert. Auf der Strecke ist keine Zeit für Panik, da muss man dann einfach durch. Aber es gibt auch unglaublich schöne Momente: Der vollkommen klare und durch kein Licht gestörte Sternenhimmel, wenn Delfine kommen, oder wenn du einfach die Wellen runtersurfst und es läuft. Und das Ankommen. Das ist nach so einer Fahrt einfach überwältigend!

Haben Sie Fragen?
Wir beraten Sie gerne!